Zur Übersicht
20. April 2017
Mehr als eine Naturschönheit

Die Region Hochkönig punktet bei Wanderern vor allem durch ihre Vielfalt. „Im Norden ragen die hohen und schroffen Kalkberge in den Himmel, den Süden säumen dagegen sanfte, hügelige Grasberge“, erklärt der ausgebildete Bergwanderführer Thomas Waldhuber. Ebenso abwechslungsreich sind die Angebote für alle Natur- und Bewegungsfreunde. Von Familienabenteuern auf Toni´s Almspielplatz oder dem Erlebnisberg Natrun über lehrreiche Spaziergänge durch saftige Kräuterwiesen bis hin zu hochalpinen Wandertouren oder Klettersteigen, welche selbst ambitionierten Sportlern einiges an Technik und Kondition abverlangen.

Die Grasberge im Süden bieten eine traumhafte Sicht auf den fast 3.000 Meter hohen Namensgeber der Region – der majestätische Hochkönig zieht Genusswanderer und Gipfelstürmer gleichermaßen in seinen Bann. Rundherum locken 340 Kilometer mit dem Österreichischen Wandergütesiegel ausgezeichnete Wege und malerische Ortschaften wie Maria Alm, Dienten und Mühlbach zu ausgiebigen Erkundungstouren durch das Gebiet.

Zusammen mit dem Wanderexperten durch die Region
Zwischen dem 05. Juni und dem 13. Oktober bieten die örtlichen Tourismusverbände von Montag bis Freitag kostenlose, geführte Wanderungen an. Zu Beginn der Woche steht immer eine kurze Panoramawanderung auf dem Programm, die einen Überblick über das Gebiet verschafft. Treffpunkt dafür ist um 11.00 Uhr am Tourismusbüro in Maria Alm. Mit der Kabinenbahn „dorfj@t“ geht es dann hinauf auf den Erlebnisberg Natrun, wo ein kleiner Weg am Kamm entlang zum höchsten Punkt führt. „Von oben hat man einen wunderbaren Blick über das Hochkönigmassiv sowie das  Steinerne Meer im Norden und die Grasberge im Süden. Da erkläre ich dann immer, wohin wir an den anderen Tagen der Woche wandern“, erzählt Waldhuber, der als ausgebildeter Bergwanderführer von Maria Alm aus Gäste durch die Region begleitet. „Anschließend geht es zur Jufenalm oder zum Grammlergut, wo wir dann meistens einkehren.“

An den anderen Tagen wechseln sich mittelschwere Wanderungen mit einer Gehzeit bis 4,5 Stunden und längere Wanderungen mit mehr Höhenmetern und einer Gehzeit über 4,5 Stunden ab.

Ein besonderes Highlight sind die Sonnenaufgangswanderungen, die immer freitags stattfinden. Dafür heißt es dann früh aufstehen, um den Beginn des Tages oben auf dem Berg erleben zu können. Das Naturschauspiel und ein ausgiebiges Almfrühstück in einer der Berghütten sind der perfekte Start in den Tag. Wer lieber alleine unterwegs ist, muss auf Insidertipps vom Wanderexperten übrigens nicht verzichten. Jeden Montag zwischen 9.00 und 10.45 Uhr steht der 45-jährige am Infoschalter im Tourismusbüro für Fragen rund ums Wandern zur Verfügung.

Von Erlebnissen für die ganze Familie bis zur konditionellen Herausforderung
Ein besonderes Merkmal der Region Hochkönig ist laut Waldhuber ihre Vielseitigkeit. „Das geht von gemütlichen Spaziergängen im Tal bis zu langen Kamm-Wanderungen, bei denen man sechs, sieben Stunden unterwegs ist. Von Touren mit hochalpinem Charakter, wie am Hochkönig oder im Steinernen Meer, bis hin zu Klettersteigen, wie dem Selbhorn, haben wir alles im Programm.“ Für Familien bietet sich etwa der Erlebnisberg Natrun an. Dort sorgen beispielsweise ein Hochseilgarten, ein Walderlebnisweg sowie ein Waldrutschenpark mit fünf Edelstahlrutschen für reichlich Spaß und Bewegung. Außerdem wird dort im Sommer ein neuer alpiner Spielplatz eröffnet.

Auch Toni´s Almspielplatz, der mit der Karbachalmbahn aus Mühlbach zu erreichen ist, lässt mit zahlreichen Spielstationen jedes Kinderherz höher schlagen. „Wer eine richtige Bergtour machen möchte, kann zum Beispiel auf den Mühlbacher Schneeberg gehen.

Dort kann es vorkommen, dass man auf Erhard Plosky, dem bekannten Barfuß-Wanderführer aus Mühlbach trifft“, erzählt der Wanderexperte. Für die technisch relativ einfache, aber konditionell herausfordernde Tour sollte man von Mühlbach aus etwa fünf bis sechs Stunden Gehzeit einplanen. „Ein richtiger Geheimtipp ist auch der Ahornstein bei Dienten. Von dort hat man eine wunderbare Sicht auf den Hochkönig“, verrät der passionierte Bergwanderer. „Der liegt ein bisschen abseits und hat ein wunderbares Naturkreuz.“Mit einer Kamm-Wanderung lassen sich die beiden Berge verbinden, dann sollte man eine Gehzeit von sieben bis acht Stunden einplanen.

Heilkräuterschätze auf den Almwiesen
Die Region Hochkönig steht jedoch nicht nur für eine grandiose Landschaft, sondern auch für eine intakte Natur, zu der ein wahrer Kräuterschatz gehört. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann mit fachkundigen Kräuterpädagogen wandern oder sich auf eigene Faust auf den Kräuterweg machen. Passend dazu werden spezielle Kräuterwanderungen für Kinder angeboten, bei denen es ums Staunen, Lernen und Sammeln geht. Auch die 13 Kräuteralmen verwöhnen die Besucher mit verschiedenen Kräuter-Schmankerln – auf der Karte stehen würzige Speisen, wohltuende Tees und bekömmliche Spirituosen.

Eine, die sich mit der heimischen Flora besonders gut auskennt, ist Rosi Rainer vom Obersteghof. Die Kräuterpädagogin bietet in ihrem kleinen Laden selbstgemachte Produkte an und veranstaltet zudem regelmäßige Workshops. „Mir liegt es am Herzen, die Dinge die ich selbst als wichtig empfinde, auch an andere weiterzugeben“, sagt die gebürtige Maria Almerin. Neben dem alten Kräuterwissen, das in der Region schon immer eine wichtige Rolle gespielt hat, erlernen die Teilnehmer, wie die Heilpflanzen zu wirkungsvollen Salben und Tinkturen verarbeitet werden können.

Die 53-jährige kennt sich aus: „Gut gegen Muskelkater und schwere Beine nach einer ausgiebigen Wanderung ist zum Beispiel ein feiner Fußbalsam aus Rosmarin – der wirkt anregend und durchblutungsfördernd.“