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Vom Eierfärben und Osternester suchen!

In der Region Hochkönig wird die Osterzeit noch nach den traditionellen Bräuchen gelebt und dazu gehört natürlich auch das Eierfärben.
Was hat es mit dem „Ontlossoa“ auf sich, warum fliegen am Ostersonntag hier Eier über die Dächer und mit welchen Eiern darf man keinesfalls das traditionelle Eierpecken zelebrieren ...Anni und Resi vom Formaugut haben es unserer Redakteurin verraten:

Das Formaugut am Weg hinauf zum Arthurhaus ist Ziel meines Ausflugs und mit einem herzlichen Lachen werden wir von der feschen Bäuerin Resi Kaswurm in Empfang genommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Anni Neureiter hat sie bereits alle Vorkehrungen für das alljährliche gemeinsame Eierfärben getroffen.
 
Hier, mit Ausblick auf Mühlbach und den Hochkönig, steht schon alles bereit, um mit dem Verschönern der Hühnereier - natürlich von den eigenen Hühnern - zu beginnen. „Wir machen das so, wie wir es immer schon in der Familie gemacht haben“, erklärt Resi, die mit 10 Geschwistern aufgewachsen ist.
Normalerweise sammeln wir die ersten Frühlingskräuter die sogenannten "Oakreitl’, also das ,Eierkraut’ . Da finden wir dann Schafgarbe, Buschwindröschen, Gänseblümchen, Schlüsselblume und andere Wiesenkräuter, die zu dieser Zeit schon ihren Weg an die Sonne gefunden haben. Dieses Jahr ist das leider nicht der Fall, da am Berg noch zu viel Schnee liegt.  Deshalb verwenden wir zum Färben rohe Eier, die anschließend im kochenden Zwiebelsud ihre Farbe erhalten.  Das rohe Ei wandert in den Zwiebelsud mit Essig.

Das „Ontlossoa“ und das „Ratschloa“

Mir fallen die Palmkätzchen-Zweige ins Auge, die Resi in einer Vase bereitgestellt hat. „Daraus wird unser Palmbuschen für den Palmsonntag gebunden”, meint sie und erklärt: „In den traditionellen Palmbuschen gebe ich noch Erika, Zweige von Thuje und Seidelbast, Buchs, Stechpalme und gedrehte Hasel. Diesen Buschen binde ich immer am Samstag vor der Palmweihe. Der geweihte Palmbuschen, der für die Kirche noch mit bunten Bändern verziert wird, kommt am Palmsonntag dann auf den Dachboden. Zuvor breche ich aber noch einen Zweig ab. Dieser Zweig wird zusammen mit dem ,Onlossoa’ - dem ,Antlass-Ei’ - am Ostersonntag im Feld vergraben. Früher kam auch noch ein Holzscheit dazu, das am Karsamstag in einem offenen Feuer vor der Kirche angesengt wurde. Das geweihte Scheit, der Zweig vom Palmbuschen und das Ei, zusammen vergaben im Feld, sorgte für Glück und Schutz vor Feuer.“ Was es mit dem „Ontlossoa“ auf sich hat, möchte ich wissen und Resi erklärt: „Es handelt sich dabei um jene Eier, die am Gründonnerstag von den Hühnern gelegt wurden. Antlass bedeutet so viel wie Entlassung aus der Buße und kommt vom Eierzins, der im Mittelatler als eine Art Steuer an die Herren abzuführen war. Diese Eier gelten von Haus aus als geweiht. Ein ,Ontlossoa’ wird also vergraben, eins kommt mit dem Palmbuschen auf den Dachboden - und das letztjährige Ei wird am Ostersonntag hoch übers. Dach geworfen. Auch das bringt Glück. Vom ,Ratschoa’ - dem am Karfreitag gelegten Ei - sollte bei der Osterjause jeder ein Stück abbekommen, denn es sorgt für Gesundheit und das gute Heimkommen. Früher wurden den KIeinkindern der Familie ein rohes ,Ratschoal’ gefüttert, damit sie früh mit dem Sprechen beginnen.“

„Spitz auf Spitz“ - das Eierpecken

Mittlerweile haben die Eier im Zwiebelsud lang genug gekocht und wir gehen wieder ins Freie, um die Eier auszupacken. Die im Zwiebelsud gegarten Eier zeigen die typische braun-orange Marmorierung. „Wichtig ist, immer auch rote Eier ins Osternest zu legen. Denn diese stehen für Fruchtbarkeit“, lachen die Bäuerinnen und während sie die fertigen Eier mit einer Speckschwarte zum Glänzen bringen, verraten sie: „Am Ostersonntag, nach der Kirche, trafen wir uns daheim zur traditionellen Osterjause. Der geweihte Inhalt des Osterkorbs - frisch gebackenes Brot, Speck, Wurst, Butter, Salz, süßes Osterlamm und natürlich die Ostereier kamen auf den Tisch. Beim Eierpecken, das mit der Herausforderung ,Spitz auf Spitz’ eingeleitet wurde, gewann derjenige, dessen hartgekochtes Osterei beim Pecken unversehrt blieb. Es dürfen dafür allerdings keine geweihten Eier verwendet werden. Denn das bringt Unglück!“

Ach ja, und wo versteckt der Osterhase Eigentlich seine Nester?

Nicht unbedingt tratitionell aber auch der Osterhase muss neue Wege gehen, deshalb hat er entlang der Königstour zwischen Mühlbach, Dienten und Maria Alm seine Osternester versteckt. Noch bis zum Saisonende, also den am 08. April 2018 kann man zwei Mal wöchentlich Osternesterl suchen. Überdimensionale Osternester und Osterhasen entlang der Königstour enthalten Überraschungen und Süßes für die Kinder. Kleiner Tipp zur Suche: Im Infofolder findet man die Schatzkarte zu den Verstecken. Auf jeden Fall ein Spaß für die ganze Familie.
Skifahren und Osternestsuche und das alles mit dem traumhaften Panorama der Königstour, was für eine Kombination!


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