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Ich bin ein Fan von Dienten

„Ich bin ein Fan von Dienten“

Skischul-Urgestein, Weltmeister im Demo-Skifahren, Bergbauer. Sepp Portenkirchner aus Dienten ist ein echter Tausendsassa und stellt mit seinen 72 Jahren in Sachen Lebenslust viele weit jüngere Kollegen in den Schatten. Wir durften mit ihm über Ungeplantes sprechen, über das Skifahren, das Bergbauern-Dasein und seine Heimatgemeinde Dienten.

 

Müsste man einen lebenslustigen, schon etwas in die Jahre gekommenen Skilehrer beschreiben – er würde wahrscheinlich aussehen wie Sepp Portenkirchner. Zahlreiche Lachfalten bilden ein feines Netz um seine Augen, die aus einem sonnengebräunten Gesicht leuchten. Auch mit seinen knapp 72 Jahren sitzt Sepp noch der Schalk im Nacken und sein Lachen ist ansteckend. Wir sitzen auf einer Bank vor seinem Haus in Dienten. Lisbeth, Sepps Frau und seit vielen Jahrzehnten an seiner Seite, kredenzt uns eine Tasse Tee und selbstgemachten Kuchen. Wir sind jetzt schon begeistert. Sepp schenkt Lisbeth ein liebevolles Lächeln. Seit 43 Jahren sind die beiden verheiratet. „Meine Frau ist am Bauernhof am Hang gegenüber aufgewachsen“, erzählt Sepp und deutet auf ein paar Höfe, die in Sichtweite liegen. „Ich hab mir früher immer gedacht, warum hängt da ein weißes Handtuch draußen am Balkon. Wahrscheinlich wollte die Lisbeth damals schon Kontakt mit mir aufnehmen.“ Sepp grinst verschmitzt und Lisbeth schüttelt lächelnd den Kopf, als sie wieder ins Haus geht. „Die Lisbeth ist meine bessere Hälfte“, sagt Sepp, jetzt wieder ernst. „Und ohne bessere Hälfte ist man nur die Hälfte wert.“

 

„Ich war nicht als Bauer vorgesehen“
Sepp ist ein richtiger Ur-Dientner. Er ist auf dem Hof geboren, der direkt vor seinem jetzigen Haus liegt, das er gemeinsam mit Lisbeth und ihrem jüngsten Sohn bewohnt. „Wir haben großes Glück mit unseren drei Kindern“, sagt Sepp. „Wir haben einen älteren Sohn, den Sigi. Dann kam unsere Tochter und später noch ein Nachzügler, unser jüngster Sohn. Der ist 16 Jahre alt und wird einmal die Landwirtschaft übernehmen.“ Sepp lächelt stolz und sein Blick ruht auf dem Bauernhof. Er selbst war eigentlich gar nie als Bauer vorgesehen, verrät uns Sepp. „Ich hatte einen älteren Bruder, der den Hof übernehmen sollte. Er ist 1966 verunglückt. Dann hab ich den Hof übernommen – mit gerade einmal 19 Jahren.“ Sepp hat sich gut in sein neues Leben als Landwirt eingefunden. Der Sport – das Skifahren – hat ihn aber trotzdem immer begleitet. „Unsere ganze Familie war schon immer sehr skibegeistert“, sagt Sepp. „Wir sind alle Rennen gefahren. Und mein Vater war der erste Berg- und Skiführer in Dienten.“ Irgendwann wurde aus diesem Hobby mehr. „Vom Rennfahren alleine kann man nicht leben“, sagt Sepp und fügt schmunzelnd hinzu: „Also bin ich zum Skischulleiter in Dienten gegangen und hab gefragt, ob er einen Bergbauernbuben brauchen kann.“ Sepp lacht und seine Augen blitzen. „Ja, und so kam es dann, dass ich 1977 Skilehrer wurde.“

 

„Eigentlich war da alles gar nicht geplant“
Kurz darauf hat Sepp die Ausbildung zum Landesskilehrer absolviert, gemeinsam mit dem Vater von Marlies Schild, Sepp Schild. „Danach wollten wir die staatliche Ausbildung machen. Aber das war bei mir gar nicht so einfach, mit damals zwei Kindern zuhause und dem Hof“, erinnert sich Sepp. „Aber ich hab es durchgezogen. Danach hat mich der Skischulleiter in Dienten zu seiner Vertretung gemacht und gesagt: du wirst einmal mein Nachfolger.“ Sepp lehnt sich zurück, zuckt die Schultern und lässt wieder sein schelmisches Lächeln aufblitzen. „Und seither bin ich Skischulleiter in Dienten, seit 1992. Witzig, oder?“, Sepp lacht. „Eigentlich war das alles gar nicht geplant. Aber es war gut so. Über 40 Jahre mach ich das jetzt. Und es macht mir immer noch großen Spaß.“

 

„Das war schon toll – wir aus Dienten werden Weltmeister“

Spaß gemacht hat ihm auch das Demo-Skifahren. „Das ist Skifahren in Formation“, erklärt uns Sepp. „Man macht da im Team von sechs Personen synchrone Richtungsänderungen und Bewegungen, auch zu Musik. Früher war Demo-Skifahren richtig in, da hat jede Skischule versucht, ein Team aufzustellen“, erinnert sich Sepp. Auch die Skischule Dienten hatte ein eigenes Demo-Skifahrteam. „Wir haben damals viel trainiert, sind immer besser geworden“, sagt Sepp. „Dann konnten wir von 1998 bis 2003 jedes Jahr den Landesmeister-Titel mit nachhause nehmen und wurden 2001 erstmals österreichischer Meister.“ Aber dabei blieb es nicht. „Danach haben wir gesagt: Eigentlich müssen wir auch mal zur WM fahren.“ Sepp unterbricht sich, schüttelt lächelnd den Kopf. „Ja, und dann sind wir Weltmeister geworden“, nimmt er den Faden wieder auf. 2001 war das. „Das war schon ein Hit, dass unsere kleine Dientner Skischule Weltmeister wurde“, lächelt Sepp. „Nach der WM wurden wir in Dienten groß empfangen – mit Kutschen und Musik. Toll war das.“ Schön war auch, dass er sich auf seine fünf Partner beim Demoskilauf blind verlassen konnte, sagt Sepp. „Da braucht man ein grenzenloses Vertrauen zum anderen. Und das war da. Es haben sich aber auch zu anderen Skischulen Freundschaften entwickelt.“ Und manchmal sogar ein bisschen mehr. „Einmal waren wir bei der Europameisterschaft, da haben wir eine Gruppe junger Damen getroffen“, erinnert sich Sepp. „Mit denen war´s lustig, und eine davon, die ist heute in Dienten verheiratet.“ Sepp schmunzelt. „Witzig, gell?“

 

„Am schönsten ist, wenn die Gäste happy sind“

Heute lässt es Sepp ein wenig geruhsamer angehen – obwohl immer noch viel zu tun ist, am Hof und in der Skischule. „Meine Frau hilft mir im Büro in der Skischule und ich unterrichte sehr gerne“, sagt Sepp. „Bei den Skilehrern haben wir kaum Wechsel, außer es geht mal eine Kollegin in Babypause. Aber das ist ja auch sehr wichtig, sonst sterben die Skilehrer aus.“ Sepp lacht wieder. „Wir arbeiten einfach alle gerne in der Skischule. Das ist eine feine Sache. Wenn so eine Skiwoche um ist und die Leute happy sind, uns umarmen und sagen: das war eine richtig schöne Woche, dann sind wir glücklich.“ Wenn die Skischule für die Saison schließt, geht zuhause am Bauernhof die Arbeit weiter. Zäune richten, mähen – es gibt viel zu tun. „Wir sind ein reiner Aufzuchtbetrieb, wir züchten Milchkühe“, erklärt Sepp. „Aktuell haben wir zwischen 45 und 50 Küche. Im Sommer sind die fast alle auf der Alm, da haben wir ein eigenes Gebiet für unsere Tiere.“

 

„Ich bin ein Fan von Dienten“

Apropos Sommer: Was macht ein Skilehrer eigentlich im Sommer? „Ab Mai sind die Kühe auf der Alm, dann ist es bei uns etwas ruhiger. Ich geh dann gerne mal ein Wochenende auf die Alm und mach den Almerer, besuch die schönen Sennerinnen.“ Sepp lächelt spitzbübisch. „Manchmal machen wir auf der Alm auch ein bisschen Musi. Ich bin ja seit 40 Jahren bei der Musik in Dienten, ich spiel Klarinette.“ Früher, sagt Sepp, ist er gerne und oft auf das Matrashaus am Hochkönig gegangen. „Ich glaub, da haben wir mal einen Rekord aufgestellt“, sagt Sepp. „Wir sind vom Parkplatz der Erichhütte losgegangen und waren in einer Stunde und 47 Minuten am Matrashaus. Ja, da waren wir gut beieinander.“ Sepp lacht. Aber hier sei es ja sowieso überall schön, sagt er. „Ich bin ein Fan von Dienten. Ich bin hier geboren, hier lebt meine Familie. Es ist einfach schön bei uns.“

 

Zeit nehmen zum Leben
Langweilig wird ihm also nicht, dem Urgestein der Dientner Skischule. „Man muss sich einfach die Zeit nehmen zum Leben“, sagt Sepp. „Ich merke da schon einen Unterschied zu früher. Früher haben die Leute noch mehr Zeit gehabt, der eine hat dem anderen geholfen. Heute sind viele Leute so hektisch geworden. Die schauen ständig auf die Uhr und vergessen dabei, sich hier umzuschauen, die Schönheit zu genießen, die Berge. Wir sehen es schon auch als unsere Aufgabe, den Gästen zu vermitteln, dass sie Zeit haben, weil sie ja in Urlaub sind. Zeit für die schönen Dinge.“ Manchmal reicht es vielleicht auch, sich nur ein wenig mit Sepp Portenkirchner zu unterhalten und mit ihm gemeinsam zu lachen. Denn viele Lachfalten sind eben immer noch der schönste sichtbare Beweis für ein erfülltes Leben.

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