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Das mit den Gästen liegt mir im Blut

„Das mit den Gästen liegt mir im Blut“

„Ja, mir taugt es hier“, sagt Hangei. Wir treffen Hans „Hangei“ Perterer in seiner Oberförsterhütte in Hintermoos bei Maria Alm. Wunderschön und idyllisch ist es hier, direkt am Waldrand. Die Vögel zwitschern und die Blätter der Bäume rascheln leise im leichten Wind. Ein schöner Platz, den sich Hangei zum Leben ausgesucht hat. „Ich bin seit 1984 hier heroben. Anfangs nur am Wochenende, seit 25 Jahren wohne ich aber fix hier.“ Er lächelt und seine beeindruckende Bartpracht – ein Franz-Joseph-Bart – zittert. Hangei ist ein Mensch, den man gerne als „echtes Urgestein“ beschreibt. Mit uns hat er über sein Leben, das „lifteln“ und die Liebe zur Region gesprochen.

Hangei lädt uns in seine Almhütte ein, die klein, aber ordentlich ist – und sehr gemütlich. „Der Diwan dort“, sagt er und zeigt auf ein Sofa auf der anderen Seite des Tisches, „der ist schon 70 Jahre alt. Der hat schon einiges erlebt.“ Hangei lacht ein jungenhaftes, schelmisches Lachen. 64 Lenze zählt er mittlerweile. Und genießt die Ruhe und Nähe zur Natur, die ihm seine Almhütte bietet, in vollen Zügen. „Es ist bescheiden, aber ich leb gerne so“, sagt Hangei und streicht das Tischtuch glatt. „Wenn die Almleute den ganzen Sommer oben auf der Hütte sind, dann haben die keine Dusche, keinen Strom. Nur Aggregate. Ich aber hab genug Holz, damit es das ganze Jahr über schön warm ist. Mir genügt das.“ Außerdem habe er eine besonders gute Nachbarschaft, sagt Hangei. „Ich hab eine sehr nette Nachbarin, für die mach ich zum Beispiel oben die Quellen sauber. Man hilft sich gegenseitig. Das ist das Schönste.“

„Oft sind wir bis nach Mitternacht auf der Hütte gesessen“
Jahrzehntelang war Hangei passionierter „Liftler“, also Liftbediensteter. In den insgesamt 40 Jahren, die Hangei am Berg verbracht hat, hat er viel erlebt – zwischenmenschlich wie auch beruflich. „Ich bin schon in den 1970er Jahren zum Lift gekommen“, erzählt Hangei und hält kurz inne, schaut aus dem Fenster, hinaus in seinen Garten. „Da habe ich die Entwicklung des ganzen Skigebiets hier miterlebt“, nimmt er schließlich den Faden wieder auf. „Es hat viele Bauphasen gegeben. Erst wurden Schlepplifte aufgebaut und dann wieder abgerissen, damit man neuere bauen kann. Wir haben damals ja noch viel selbst gebaut. Ich war beispielsweise bei der Stützen-Partie.“ Heute würde das nicht mehr so einfach gehen, sagt Hangei. „Die Bahnen fahren jetzt das ganze Jahr über – auch im Sommer. Da wird viel Personal gebraucht. Gegenüber früher hat sich viel verändert, viel professionalisiert.“ Nach getaner Arbeit hat Hangei seinen Tag nicht selten in einer der Skihütten am Hochkönig ausklingen lassen. „Es hat viele Hütten gegeben, in denen wir dann am Abend eingekehrt sind“, sagt Hangei und schmunzelt verschmitzt. „Am Aberg gab es zum Beispiel die Hasenbar. Da haben sich nach Dienstschluss alle getroffen – Liftler, Gäste, Einheimische. Eigentlich ist fast keiner direkt nach dem Dienst hinuntergefahren ins Tal. Oft sind wir bis nach Mitternacht gesessen, haben musiziert und getanzt. Und sind dann erst nach Mitternacht runtergefahren.“ Hangei lacht und lehnt sich in seinem Stuhl zurück. „Oder gar nicht.“

„Die schaut aber nicht schlecht aus“
Auch privat war es nie langweilig beim Hangei. „Ich war zwei Mal verheiratet, bin zwei Mal geschieden“, sagt Hangei. Aus der zweiten Ehe hat er einen Sohn, der heute 27 Jahre alt ist. „Der ist toll, da bin ich stolz“, erzählt uns Hangei mit ernstem Blick. „Mein Sohn lebt mit seiner Mutter in Köln. Er hat dort Psychologie studiert. Damit er den Papa mal analysieren kann.“ Wieder lacht Hangei sein herzliches Lachen. Dieses Lachen war es vielleicht auch, dass die Mutter des besagten Sohnes vor vielen Jahren verzaubert hat. „Damals“, erinnert sich Hangei, „hab ich in einem Hotel für zwei alte Damen Ziehharmonika gespielt. Dann ist ein Reisebus angekommen und eine Dame ist mir gleich ins Auge gestochen. Ich hab mir gedacht: Na, die schaut aber nicht schlecht aus. Dann hab ich ihr mit einem Schnaps das „Du“ angeboten.“ Er schaut uns an, zuckt mit den Schultern. „Ja, so war das dann. Es war Liebe.“

Schmuck aus Geweih und Eichhörnchen im Garten
Hangei macht eine kurze Pause, die wir für eine Zwischenfrage nutzen, die uns schon unter den Nägeln brennt: Warum heißt Hangei eigentlich. Hangei? „Ja, das ist ganz einfach erklärt“, lacht Hangei. „Ich bin auf der Schattenseite des Berges geboren, auf 1.000 Metern Höhe. Das hat damals Hangleiten geheißen. Ja, und deshalb bin ich der Hangei.“
Wenn er Zeit und Muße hat, schnitzt Hangei Messer aus Geweih. Auch Anhänger für Damen oder Schmuck für Trachtenhüte sind immer mal dabei. „Die Tracht ist wieder sehr beliebt, auch die Jungen wollen das Trachtige immer mehr“, sinniert Hangei. „Wenn ich Musikanten sehe – Tiroler oder Maria Almer – die mit dem Alphorn blasen und auf ihrem Hut einen Schmuck von mir tragen, ist das schön“, sagt Hangei und lächelt. „Ja, das ist halt so eine Bastelei von mir.“ Während Hangei seine Schätze holt – Messergriffe und Schmuck, die er aus Geweih herstellt – schauen wir aus dem Fenster des Wohnzimmers der kleinen Hütte. Und erspähen im Garten von Hangei ein Eichhörnchen, das quietschfidel über das gepflegte Gras springt. „Ja, ich füttere die Eichhörnchen, ich mag diese Tiere“, sagt Hangei, als er zurück ins Zimmer kommt.

Der Kaiser Franz-Joseph vom Alpenhof
Ab und zu schätzt er es sehr, einfach nur alleine in der Hütte zu sitzen und die Ruhe genießen zu können, sagt Hangei. „Das ist aber eher selten. Meistens kommt jemand vorbei – die Jäger oder die Bauern, zum Beispiel. Dann sitzen wir hier um den Tisch herum“, er deutet auf unseren Sitzplatz und auf den Diwan, „und ratschen.“ Früher hat er auch im Bauerntheater gespielt, verrät uns Hangei. Denn nur, weil er in seiner Oberförsterhütte zurückgezogen lebt, heißt das nicht, dass er nicht am Leben im Dorf teilnimmt. Ganz im Gegenteil. „Ich bin viel unterwegs im Dorf“, sagt Hangei und schmunzelt. „Ich spiel´ zum Beispiel immer wieder mal den Kaiser Franz-Joseph im Hotel Alpenhof in Maria Alm. Vor acht Jahren war in Alm ein Faschingsumzug. Da hat die Wirtin vom Alpenhof, eine gute Freundin, zu mir gesagt: Hangei, ich hab mir was ausgedacht für uns zwei. Du gehst als Franz und ich als Sissi. Als das dann die Gäste gesehen haben, wie wir beim Umzug als Franz und Sissi durchs Dorf gezogen sind, haben uns viele gefragt, warum wir das nicht auch für sie machen. Und so hat sich das ergeben.“

„Das mit den Gästen ist mein Leben“
Die Gäste liegen ihm ehrlich am Herzen, das merken wir. „Ich bin früher viel gewandert mit den Gästen, beim Bauernherbst war ich 20 Jahre lang Wanderführer. Ich hab die Gäste auch direkt mitgenommen auf eine Wanderung, zum Beispiel hinauf zum Hundstoa“, erzählt Hangei. „Da haben wir dann oben mit der Zieharmonika gespielt. Das war sehr schön. Sowas gibt´s halt auch nicht alle Tage.“ Auch heute geht er noch gerne in die Berge, sagt Hangei. „Von meiner Hütte aus geht’s gleich rauf auf die Alm. Da sind die alten Bauersleut zuhaus. Und wenn es blöd hergeht, dann wird da oben ein Lied mit der Ziach gespielt. Weil, wenn eine Dame kommt und sagt: Geh, Hangei, spiel mir ein Lied. Ja, da kann ich nichts machen, dann muss ich eben spielen.“ Hangei lacht herzlich und in dem Moment wünschen wir uns, einmal bei so einem Tag dabei sein zu können. Das ist bestimmt eine Mordsgaudi.
„Das mit den Gästen, also den Leuten unsere schöne Region zu zeigen – das ist mein Leben. Das liegt mir im Blut,“ sagt Hans von der Schattenseite des Berges. Und wie er so dasitzt und in seinen Franz-Joseph-Bart lächelt, in seiner Oberförsterhütte mit dem 70-jährigen Diwan und den Eichhörnchen hinter dem Haus – da glauben wir ihm das aufs Wort.





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