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Winterurlaub in Hochkönig
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Blind auf den Hochkönig

Blind auf den Hochkönig

Den Hochkönig zu bezwingen ist für viele Wanderer und Bergsteiger eine Herausforderung. Für Roland umso mehr. Denn er ist blind. Für ihn dennoch kein Grund, es nicht zu versuchen.

 

„Roland, jetzt kommt eine schmale Stelle und in der Mitte liegt ein Stein. Danach folgt eine kleine Stufe und dann wird der Weg wieder breiter und flacher“, beschreibt Bergführer Ingolf den Weg vor ihm. Wir befinden uns auf über 2000 Meter, auf der „Übergossenen Alm“ und kämpfen uns über den steinigen Weg hoch zum Matrashaus. Wir, das sind Ingolf und Lukas, beide Bergführer von Beruf, meine Wenigkeit und Roland aus Norddeutschland. Was Roland von uns unterscheidet, ist, dass er seit vielen Jahren blind ist. Er kann nur zwischen hell und dunkel unterscheiden, ansonsten sieht er nur schwarz.

 

Was ihn aber nicht daran hindert, in die Berge zu gehen und die Natur zu spüren. Seit   18 Jahren kommt er einmal im Jahr für eine Woche nach Maria Alm und genießt mit seiner Partnerin den Urlaub in den Salzburger Alpen. Schon von Anfang an stand aber auch für ihn fest: Einmal möchte er den Hochkönig bezwingen. Mit Ingolf und Lukas hat er schon mehrere Touren unternommen, allerdings ein paar Stockwerke weiter unten als jetzt gerade. „Es hat mit uns sofort gut funktioniert“, erinnert sich Ingolf. Gegenseitiges Vertrauen war zwischen ihnen sofort vorhanden und auch der Spaß kam nicht zu kurz.

 

„So Roland, jetzt geht es zwei Stufen hinab. Aufpassen, hier liegen lose Steine“, führt Ingolf seinen blinden Partner weiter Richtung Gipfel. Dahinter folgt Lukas und passt auf, wenn Roland stolpern sollte. Er ist mit einem Klettergurt und Seil mit seinem vorderen Guide verbunden. Jede Stunde wechseln sich Ingolf und Lukas mit der Führungsarbeit ab. Denn es kostet viel Konzentration, Roland zu führen. Jeder Fehler kann für Roland einen Sturz bedeuten. Jeder übersehene Stein seines Guides kann für ihn böse enden. Aber nicht nur die Anweisungen von Ingolf sind für Roland wichtig. Er hält sich an Ingolfs Rucksack fest und kann auch hier viele Informationen über den Weg vor ihm rausfiltern. Steigt zum Beispiel Ingolf eine Stufe hoch, so kann das Roland über den Rucksack fühlen und er weiß, was ihn erwartet.

 

So kämpfen wir uns über die „Übergossene Alm“, das letzte Stück der zehn Kilometer langen Wanderung, bevor die letzte Schlüsselstelle in Form einer steilen Leiter auf Roland wartet. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Wir sind jetzt schon fast sieben Stunden am Weg. Die vielen technisch schweren Passagen nach der Torsäule haben Zeit gekostet. Über die leichten Kletterpassagen tun sich Wanderer schon schwer. Für Roland ist das zum Teil eine Gratwanderung. Abstürzen ist hier verboten.

 

Die Leiter haben wir schnell überwunden. „Da tu ich mir leicht. Die Sprossen sind ja alle gleich positioniert“, erklärt Roland souverän. Der Weg zum Gipfelkreuz ist nicht mehr weit. Die letzten Meter gleichen einem Triumphzug. Roland ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Er hat es geschafft. 10 Kilometer, knapp 1700 Höhenmeter über Stock und Stein. Was für eine Leistung!

 

Wir stehen vor dem Gipfelkreuz und Lukas beschreibt Roland die wunderschöne Aussicht von hier oben. Das ist Roland wichtig, auch wenn er es selbst nicht sehen kann, möchte er wissen, wie die Natur rund um ihn aussieht. Die Sonne geht Richtung Westen unter und Roland berührt demütig zum ersten Mal das Gipfelkreuz. Für ihn ist es der Moment, von dem er seit 18 Jahren träumte und der jetzt Wirklichkeit wird.

 

Wir gehen in die warmen Räume des Matrashauses und tanken Energie für den nächsten Tag. Wer hier hoch kommt, muss ja auch wieder runter. Das ist für Roland genauso anstrengend wie der Weg bergauf.

 

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