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„Aushalten tut man es hier oben nicht“

„Aushalten tut man es hier oben nicht“

 

„Entweder man liebt es oder man hasst es. Aushalten tut man es hier oben nicht“, sagt Roman und lächelt verschmitzt. Der Hüttenwirt des Matrashaus am Hochkönig liebt es dort oben, da besteht kein Zweifel. Seit mittlerweile 20 Jahren verbringt er jeden Sommer auf 2.942 Metern Seehöhe. Wir durften mit ihm über sein Leben am Gipfel des Hochkönigs sprechen, über Wetter-Apps, den Respekt vor der Natur und warum er nirgendwo anders sein möchte.

 

Wir treffen Roman in der gemütlichen Gaststube des Matrashaus. Ein gemauerter Kachelofen spendet behagliche Wärme, im Gastraum ist es angenehm ruhig. Viele der Übernachtungsgäste sind bereits aufgebrochen, die Tagesgäste noch nicht angekommen. Roman Kurz ist schon lange wach. „Wenn viel los ist, steh ich um 4.45 Uhr auf und mache Frühstück. Danach räumen wir alles weg, putzen das Haus. Dann richten wir für das Abendessen her, das gibt’s um 18 Uhr. Bis wir ins Bett kommen, ist es dann zwischen halb elf und elf“, erzählt Roman. „Offizielle Hüttenruhe ist um 22 Uhr und am nächsten Tag geht´s um kurz vor fünf wieder los.“ Roman lächelt. Langweilig wird ihm nicht am Matrashaus. Hier oben hat er in den letzten 20 Jahren viel erlebt – eine wahre Schatzkiste aus Anekdoten, Erlebnissen und Erinnerungen.

 

„Wir leben einfach hier“
Jedes Jahr von Anfang Juni bis Ende September bewirtschaftet Roman gemeinsam mit seiner Frau Jenny das Matrashaus. Wie lange genau sie am höchsten Punkt des Hochkönigs bleiben, hängt vom Wetter ab, sagt Roman. Die aktuelle Situation berichten die beiden regelmäßig auf ihrer Facebook-Seite – auch auf knapp 3.000 Metern geht man mit der Zeit. „Das Wetter kann schnell umschlagen“, sagt Roman. „Deshalb fragen mich die Gäste auch immer wieder: Roman, wie wird denn das Wetter morgen? Wenn ich dann sage: Naja, der Wetterbericht sagt so und so an, dann antworten viele: Aber du als Hüttenwirt weißt das doch bestimmt genauer! Da muss ich immer lachen“, sagt Roman und seine Augen blitzen. Das Leben hier auf dem Matrashaus macht ihm so richtig Freude – das können wir sehen. „Für meine Frau und mich ist das unser Leben“, sagt Roman. Sein Blick schweift aus dem Fenster, über die Gipfel, in die Weite. „Für uns ist das nicht Arbeit im klassischen Sinne. Viele Menschen unterscheiden zwischen Leben und Arbeit. Diese Unterscheidung gibt es bei uns nicht. Wahrscheinlich macht es das auch aus: Wir leben einfach hier. Und wir möchten nirgendwo anders sein.“

 

„Hüttenwirt war mein Traumberuf“
Wobei dieses „Daheim“-Gefühl nicht vom ersten Moment an da war, verrät uns Roman. „Als ich vor 20 Jahren das erste Mal heraufgekommen bin, war es März. Am Abend war ein wunderschöner Sonnenuntergang und alles war weiß vor Schnee. Und wie ich da so gestanden bin, da hab ich mir gedacht: Wahnsinn! Was hab ich da getan? Ich hab richtig Angst bekommen. Das Zuhause-Gefühl hat schon eine Zeitlang gedauert. Aber heute kann ich sagen: hier hin ich daheim. Diese Entwicklung, dieses Daheim-sein, dass ist mitunter das Schönste der letzten 20 Jahre.“ Die Leidenschaft für die Berge wurde dem gebürtigen Berchtesgadener quasi in die Wiege gelegt. „Ich bin schon als Bub gern auf die Berge gegangen. Hüttenwirt war mein Traumberuf.“ Roman hält kurz inne, überlegt. „So, wie für andere vielleicht Hubschrauberpilot. Ich wollte halt immer schon Hüttenwirt werden.“ Vor rund 26 Jahren ist dann das Watzmannhaus freigeworden. Diese Chance ließ sich Roman nicht entgehen. „Ich hab mich für das Watzmannhaus beworben und bin so Hüttenwirt geworden.“ Gereizt hat ihn aber auch damals schon das Extreme, verrät Roman. „Als ich gehört hab, dass das Matrashaus frei wird, hab ich nicht lange überlegt.“

 

Der Hochkönig hinterlässt Spuren
Die extreme Lage des Matrashauses schätzt Roman besonders. „Die Leute, die hier heraufkommen – nach sechs Stunden anspruchsvoller Wanderung – die haben eine Art Reset gemacht. Das öffnet die Leute in gewisser Weise.“ Schön findet Roman auch, dass immer mehr Kinder mit ihren Eltern heraufwandern. „Und es ist wunderbar, wenn man sieht, wie die Kinder das Besondere hier oben bemerken. Die spüren das. Erst letztens war eine Familie mit einem kleinen, schüchternen Buben da. Der Vater hat mir erzählt, dass der Bub unbedingt hier heraufwandern wollte. Ich hab ihm dann ein Matrashaus-T-Shirt geschenkt. Wie gesagt, der Bub war schüchtern und hat nicht viel gesagt. Aber als er dann mit dem T-Shirt die Treppe heruntergekommen ist, hab ich ein paar Freudentränen gesehen“, Roman unterbricht sich kurz, hat feuchte Augen. „Das ist so schön zu sehen, dass das etwas bewirkt bei den Kindern. Dass der Hochkönig Spuren hinterlässt.“ 

 

„Die Natur ist gnadenlos ehrlich“
Wir wollen wissen, ob Roman sich manchmal fürchtet – hier oben, wo er der Natur so ausgesetzt ist. Roman lacht, schüttelt den Kopf. „Ich fürchte mich vor allem möglichen“, sagt er. „Aber die Natur, die fürchte ich nicht. Der Berg ist gnadenlos, aber auch gnadenlos ehrlich. Es gibt einfach Regeln, und an die muss man sich halten.“ Gefährlich wird´s immer dann, wenn trockenes Wetter herrscht, sagt Roman. „Wenn in den Tauern ein Gewitter niedergeht und sich bei uns oben alles statisch aufladet – dann wird´s gefährlich. Dann fängt die Kopfhaut an zu kribbeln, die Haare stellen sich auf und ich weiß: gleich schlägt irgendwo der Blitz ein.“ Wenn es so „wetterig“ ist, dann geht er auch nicht mehr hinaus aus der Hütte, sagt Roman. „Dann schau ich nur raus, ob noch jemand draußen steht, und schreie von der Hütte aus: Kommt´s rein! Da geht es dann oft wirklich um Minuten.“ Einmal, erzählt Roman, war eine Schulklasse zu Besuch. Als das Gewitter schon fast da war, waren die Kinder immer noch draußen. „Die sind direkt beim Gipfelkreuz gestanden“, erinnert sich Roman. „Ein Mädchen war dabei mit langen blonden Haaren. Der sind die Haare schon richtig zu Berge gestanden wegen der statischen Aufladung.“ Diese Schüler hat Roman dann schnell in die Hütte gestaubt. Weil den Berg und das Wetter, die beiden Komponenten muss man einfach respektieren.

 

Der Berg macht die Regeln
Der Berg hat seine eigenen Gesetze, sagt Roman. „Hier oben macht der Berg die Regeln. Und die halten sich nicht an Arbeitszeiten. Denen ist wurscht, ob es unten gerade einen Stau gibt oder nicht. Das sind die Leute nicht mehr gewohnt, da müssen sich viele umstellen. Aber es ist halt mal so.“ Was sollte man also beachten, wenn man eine Wanderung auf das Matrashaus plant? „Haube, Handschuhe, Anorak – bei jedem Wetter“, sagt Roman. „Und unbedingt früh genug losgehen. Manche Leute glauben, wenn sie fünf Stunden raufgehen und auf ihrer Wetter-App am Handy sehen, dass um 17 Uhr ein Gewitter kommt, dann reicht es, wenn sie um halb zwölf losgehen. Und dann kommt das Gewitter früher und die haben im schlimmsten Fall ein ernstes Problem. Also unbedingt immer genug Zeit einplanen.“ Und sich nicht nur auf die Wetter-App am Handy verlassen. Dazu fällt Roman eine Anekdote ein. „Einmal“, erzählt er, „ist ein Wanderer zu uns heraufgekommen und hat sich in die Hütte zum Fenster gesetzt. Das Wetter war so durchwachsen – nicht gut, aber auch nicht schlecht. Er hat immer wieder rausgeschaut, dann wieder auf sein Handy. Später dann ist das Wetter besser geworden, da ist über dem Dachstein nur noch eine Wolke gehangen. Er hat wieder aufs Handy geschaut, dann beim Fenster raus. Danach hat er mich gefragt: Du, sag mal, wann kommt denn jetzt der Regen? Und ich hab gestaunt und gesagt: Aber schau doch raus, es ist ja blauer Himmel! Da ist doch kein Regen. Und er sagt: Ja, das verwirrt mich ja so!“, Roman schüttelt den Kopf, lächelt in sich hinein. „Sowas ist dann schon lustig.“

 

Ohne die richtigen Leute „unten“ würde es nicht funktionieren
Der größte Unterschied zwischen Berg und Tal ist für ihn das Zeitgefühl, sagt Roman. „Wenn ich unten im Tal bin, hab ich immer das Gefühl, dass ich eigentlich jetzt das oder jenes machen könnte. Ich bin immer unter Strom. Dieses Gefühl hab ich hier oben nicht. Dinge, die notwendig sind, müssen sofort getan werden. Egal, ob ich müde bin oder nicht, ob ich mag oder nicht. Wenn man diese Tatsache akzeptiert, ist es ein wunderschönes Leben hier oben.“ Trotzdem würde es ohne einen guten Kontakt zu den Leuten „unten“ nicht funktionieren, sagt Roman. „Wenn uns die Nachbarn, der Metzger oder der Bäcker nicht so unterstützen würden, dann würde das bei uns nicht klappen. Wir sind ja was die Versorgung betrifft auf den Hubschrauber angewiesen. Der geht wiederum nur, wenn das Wetter passt. Und somit müssen sich unsere Lieferanten immer nach dem Wetter richten. Und die machen das auch. Das ist schon eine sehr schöne Sache.

 

Das richtige Leben
Wir bedanken uns bei Roman für die spannenden Einblicke – er muss auch schön langsam wieder in die Küche, die nächsten Gäste werden bald eintrudeln. Und sein Alltag am Matrashaus geht weiter. „Ich glaub inzwischen, dass das, was wir hier leben, das richtige Leben ist“, sagt Roman und schmunzelt wieder. „Nicht das Leben, dass die dort unten leben.“ Und wie er das so sagt und in sich ruhend in der Gaststube des Matrashaus sitzt, mit mehr als 200 Dreitausender im Rücken und einem Lächeln im Gesicht – da glauben wir das auch.

 

 

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