Winterurlaub in Hochkönig
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Oh, du buntes Ei!

Ostern ohne bunte Eier? Undenkbar! Das Ostereierfärben ist eine weit verbreitete Tradition und viele kreative Möglichkeiten bringen Farbe und Design auf die Hühnereier. Es wird bestickt, geätzt, gemalt, beklebt oder gepinselt.

Ich habe mich in der Region Hochkönig nach den traditionellen Färbetechniken umgehört, und gleich noch eine Menge über das österliche Brauchtum in Maria Alm, Dienten und Mühlbach erfahren. Was hat es mit dem „Ontlossoa“ auf sich, warum fliegen am Ostersonntag hier Eier über die Dächer und mit welchen Eiern darf man keinesfalls das traditionelle Eierpecken zelebrieren ...

Anni und Resi sind bereit zum Eierfärben. 


Meine Recherche führt mich hoch hinauf auf den Sonnenhang über Mühlbach am Hochkönig. Majestätisch lacht das steinerne Massiv unter tiefblauem Himmel herunter und bildet einen malerischen Kontrast zu den bereits sattgrün blühenden Wiesen. Das Formaugut am Weg hinauf zum Arthurhaus ist Ziel meines Ausflugs und mit einem herzlichen Lachen werde ich von der feschen Bäuerin Resi Kaswurm in Empfang genommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Anni Neureiter hat sie bereits alle Vorkehrungen für das alljährliche gemeinsame Eierfärben getroffen und bittet mich in den sonnigen Garten.

 Frühblüher von der Wiese sorgen fürs Design.


„Oakreitl“ sorgen für florale Motive

Hier, mit Ausblick auf Mühlbach und den Hochkönig, steht schon alles bereit, um mit dem Verschönern der Hühnereier - natürlich von den eigenen Hühnern - zu beginnen. „Wir machen das so, wie wir es immer schon in der Familie gemacht haben“, erklärt Resi, die mit 10 Geschwistern aufgewachsen ist. Sie deutet auf ein kleines Sträußchen Frühlingskräuter und meint: „Die ,Oakreitl’, also das ,Eierkraut’ haben wir bereits auf den Wiesen rund um den Hof gepflückt. Darin finden wir Schafgarbe, Buschwindröschen, Gänseblümchen, Schlüsselblume und andere Wiesenkräuter, die zu dieser Zeit schon ihren Weg an die Sonne gefunden haben. Zum Färben verwenden zum einen rohe Eier, die anschließend im kochenden Zwiebelsud ihre Farbe erhalten. Zum anderen haben wir bereits Eier hart gekocht. Diese werden in herkömmliche Eierfarbe getaucht.“

 Gut verpackt und fertig zum Färben.


Los geht’s mit der Färberei

Schon macht sich Resi daran, die Wiesenkräuter auf die rohen Eier zu platzieren und diese dann mit Zwiebelschalen zu umhüllen. Drum herum wird ein Stück Seidenstrumpf gewickelt und gut verschnürt. So bleibt alles an seinem Platz, wenn die Eier nachher in den Kochtopf wandern. Anni bereitet inzwischen die bereits gekochten Eier vor. Auch sie wählt für das erste Ei eine Wiesenblume, die fest mit dem Strumpf aufs Ei fixiert wird. „Man muss kreativ sein. Wir haben entdeckt, dass sich auch mit alten Obst- oder Zwiebelnetzen herrliche Designs aufs Ei zaubern lassen“, lacht Anni, deren Hof auf der anderen Talseite liegt. Kurzum wird also das nächste Ei ins Netz gewickelt und das folgende mit kleinen Buntpapierschnipseln umhüllt. Behutsam taucht sie diese Päckchen nun in Ostereierfarbe und lässt sie dort für ein paar Minuten. Währenddessen folge ich Resi in die Küche, wo sie einen Topf mit Wasser und Zwiebelschalen zum Kochen bringt. Ein guter Schuss Essig im Wasser sorgt für die Fixierung der Farbe. Ins brodelnde Wasser werden nun die bestrumpften Eier gelegt.

 Das rohe Ei wandert in den Zwiebelsud mit Essig.


Das „Ontlossoa“ und das „Ratschloa“

Mir fallen die Palmkätzchen-Zweige ins Auge, die Resi in einer Vase bereitgestellt hat. „Daraus wird unser Palmbuschen für den Palmsonntag gebunden”, meint sie und erklärt: „In den traditionellen Palmbuschen gebe ich noch Erika, Zweige von Thuje und Seidelbast, Buchs, Stechpalme und gedrehte Hasel. Diesen Buschen binde ich immer am Samstag vor der Palmweihe. Der geweihte Palmbuschen, der für die Kirche noch mit bunten Bändern verziert wird, kommt am Palmsonntag dann auf den Dachboden. Zuvor breche ich aber noch einen Zweig ab. Dieser Zweig wird zusammen mit dem ,Onlossoa’ - dem ,Antlass-Ei’ - am Ostersonntag im Feld vergraben. Früher kam auch noch ein Holzscheit dazu, das am Karsamstag in einem offenen Feuer vor der Kirche angesengt wurde. Das geweihte Scheit, der Zweig vom Palmbuschen und das Ei, zusammen vergaben im Feld, sorgte für Glück und Schutz vor Feuer.“ Was es mit dem „Ontlossoa“ auf sich hat, möchte ich wissen und Resi erklärt: „Es handelt sich dabei um jene Eier, die am Gründonnerstag von den Hühnern gelegt wurden. Antlass bedeutet so viel wie Entlassung aus der Buße und kommt vom Eierzins, der im Mittelatler als eine Art Steuer an die Herren abzuführen war. Diese Eier gelten von Haus aus als geweiht. Ein ,Ontlossoa’ wird also vergraben, eins kommt mit dem Palmbuschen auf den Dachboden - und das letztjährige Ei wird am Ostersonntag hoch übers. Dach geworfen. Auch das bringt Glück. Vom ,Ratschoa’ - dem am Karfreitag gelegten Ei - sollte bei der Osterjause jeder ein Stück abbekommen, denn es sorgt für Gesundheit und das gute Heimkommen. Früher wurden den KIeinkindern der Familie ein rohes ,Ratschoal’ gefüttert, damit sie früh mit dem Sprechen beginnen.“

 Anni und Resi mit den fertig gefärbten Eiern.


„Spitz auf Spitz“ - das Eierpecken

Mittlerweile haben die Eier im Zwiebelsud lang genug gekocht und wir gehen wieder ins Freie, um die Eier auszupacken. Auch Anni angelt ihre im Farbenbad schwimmenden Eier vorsichtig heraus und schneidet den Strumpf auf. Wunderschön haben sich die Blumen auf der weißen Eierschale abgezeichnet und auch die im Zwiebelsud gegarten Eier zeigen die typische braun-orange Marmorierung. „Wichtig ist, immer auch rote Eier ins Osternest zu legen. Denn diese stehen für Fruchtbarkeit“, lachen die Bäuerinnen und während sie die fertigen Eier mit einer Speckschwarte zum Glänzen bringen, verraten sie: „Am Ostersonntag, nach der Kirche, trafen wir uns daheim zur traditionellen Osterjause. Der geweihte Inhalt des Osterkorbs - frisch gebackenes Brot, Speck, Wurst, Butter, Salz, süßes Osterlamm und natürlich die Ostereier kamen auf den Tisch. Beim Eierpecken, das mit der Herausforderung ,Spitz auf Spitz’ eingeleitet wurde, gewann derjenige, dessen hartgekochtes Osterei beim Pecken unversehrt blieb. Es dürfen dafür allerdings keine geweihten Eier verwendet werden. Denn das bringt Unglück!“

 Eine Speckschwarte sorgt für Glanz.


Auf Hochglanz poliert und bunt liegen die fertigen Ostereier vor uns im Nest. Zufrieden mit dem Färbe-Ergebnis lehnen wir uns zurück und lassen unseren Blick über das Hochkönigmassiv schweifen. Ostern kann kommen, wir sind bereit! 

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