Winterurlaub in Hochkönig
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Audienz bei “Ihrer Majestät” Hochkönig

Gipfeltour am Gipfel des Hochkönigs - früher Start, bestes Bergwetter und interessante Infos vom Roman Kurz, Hüttenwirt am Matrashaus.


Lange darüber nachgedacht, aufgrund wechselhaften Wetters oft verschoben, Anfang August dann die Entscheidung. Besser wirds nicht, morgen ist DER perfekte Tag, um auf den Hochkönig aufzusteigen und Roman Kurz, Hüttenwirt am Matrashaus, einen Besuch abzustatten. Noch 1-2 mal telefoniert, über diverse Aufstiegsvarianten diskutiert und schließlich den Treffpunkt beim Arthurhaus vereinbart. Zeitig in der Früh um 06:00 Uhr - beim Bergsteigen im Hochsommer fängt der frühe Vogel den Wurm.

Start bei Sonnenaufgang

Pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen startet die Tour und wir nehmen die ersten Höhenmeter zur Mitterfeldalm in Angriff. Das wird ein wunderschöner, wolkenloser Sommertag, der heißeste dieses Jahres ist vorhergesagt. Gut eingecremt und top motiviert folgen wir dem Wanderweg von der Mitterfeldalm in das mächtige Kar unterhalb der markanten Torsäule. Vorbei an der faszinierenden Formation, die irgendwann als einziges Bollwerk aus dem Eis des Gletschers herausgeragt haben muss, wird die Aussicht in die umliegende Bergwelt und das Tal immer besser.

Sonnenaufgang am Weg zum Hochkönig


Beim Weg über das Plateau folgen wir den rot-weiß-roten Stangen, die im Falle einer Wetterverschlechterung den Weg weisen. Heute sind diese nur unbedeutende Begleiter, von Wetterumschwung ist weit und breit nichts zu sehen. Letzten Schneeresten geht es an derart heißen Tagen ganz schön an den Kragen, sie segnen in grün schimmernden Schmelzwasserseen das Zeitliche und bieten willkommene Abkühlung für Gesicht und Hände. Einen beherzten Sprung haben wir kurz erwogen, waren dann aber doch nicht mutig genug. Die letzten Meter auf den Gipfel sind heiß, da die Sonne mittlerweile ihren Zenith beinah erreicht hat und aus vollem Rohr heizt. Oben angekommen erwartet uns schon der Roman mit einem freundlichen Lächeln und einem kühlen Getränk und vor allem Zeit für ein informatives Gespräch:

Roman, vielen Dank, dass du dir heute für mich Zeit nimmst, ein Hüttenwirt ist sicherlich immer gut beschäftigt. Wie sieht denn dein normaler Tagesablauf hier heroben aus?

Gerne, ich freue mich doch immer, wenn ich interessierten Besuch aus dem Tal bekomme. Wie du richtig gesagt hast, der Tag eines Hüttenwirts ist lang. Er startet meist so gegen 04:45 Uhr. Aufstehen, nach dem Rechten sehen, Frühstück machen. Dieses gibt es von 06:00 - 08:00 Uhr für unsere Gäste. Länge wäre nicht gut, denn dann bleibt zu wenig Zeit, die Hütte und die Gaststube für die ersten Tagesbesucher fertig zu machen. Auch rund um das Haus ist immer etwas zu tun. Heute morgen hat zB die Wasserpumpe gestreikt, da muss ich dann schauen, dass ich das hinbekomme, bevor die ersten Gäste kommen.

Ein kühles Bier am Matrashaus


Sobald die da sind, werde ich an der Schank gebraucht. Meine Damen backen Kuchen und kochen das Essen, ich schenke aus. Ab Mittag kommen dann die ersten Übernachtungsgäste und ich mach die Einteilung der Schlafplätze. Am frühen Nachmittag wird es ruhiger. Die Tagesgäste sind weg, die meisten Übernachtungsgäste noch nicht da. Auch zu diese Zeit ist immer etwas zu reparieren oder zu organisieren. Ab 18:00 Uhr gibt es Abendessen und um 22:00 Uhr ist Hüttenruhe. Nach dem Zusammenräumen endet mein Tag meist so gegen 22:30 Uhr - wenn nix mehr dazwischen kommt!

Dir scheint der Job als Hüttenwirt große Freude machen, wie lange machst du diesen schon?

Ach, schon ewig (lacht). Am Matrashaus sind wir jetzt seit 19 Jahren. Vorher war ich 6 Jahre am Watzmannhaus. Freude macht mir das jeden Tag. Ich denke das liegt daran, dass ich es nicht als Job sehe. Jeder der das hier als Job versteht und den Verdienst mit den zu leistenden Arbeitsstunden in Bezug setzt, wird vermutlich nicht glücklich. Ich sehe das alles als Berufung, in meinem Fall ist es eine Lebenseinstellung. Ich will eigentlich nichts anderes machen. Es macht mir einfach eine außerordentliche Freude, Menschen bei uns heroben zu begrüßen und dafür zu sorgen, dass es ihnen an nichts fehlt.

Das Team Matrashaus am Hochkönig


Dazu gehört halt auch viel Multi-Tasking. Du musst dich eigentlich mit allem auskennen und wo du dich nicht selbst auskennst, musst du wissen, wen du fragen kannst. Wenn hier heroben irgendetwas am Haus in die Brüche geht, musst du improvisieren. Du kannst dich nicht verlassen, dass jemand vom Tal rauskommt und dir hilft. Ich arbeite im Winter als Schreiner bei einer Firma in Berchtesgaden. Der Job dort schult mich in vielen Belangen, die mir hier heroben helfen. Ich kenn mich in vielen technischen Belangen aus und wo nicht, weiß ich, wen ich anrufen kann.

 

Du bist ja schon sehr routiniert, was ist für dich die größte Herausforderung bei deiner “Berufung” hier am Berg?

Ich sag dir das jetzt ganz ehrlich. Es ist das um und auf für einen Hüttenwirt in schwierigen Situationen mit Menschen cool zu bleiben und die Nerven zu bewahren. Man muss das verstehen, als Hüttenwirt ist man Anlaufstelle Nr. 1 und immer wieder in Situationen, wo man für Menschen ein Fels in der Brandung sein muss. Vor allem bei diesem Berg, der Weg hier herauf ist keine Wanderung, wir reden hier von einer alpinen Bergtour. Dies trifft auf jeden Weg zu, vom Normalweg, über das Birgkar, bis hin zum sehr herausfordernden Königsjodler Klettersteig.

Gutes Gespräche am Gipfel des Hochkönigs


Immer wieder kommen Leute hier heroben an, die echt am Limit sind. Für die bist du und deine Schutzhütte dann die einzige Rettung, damit es nicht echt ungemütlich wird. Einige benehmen sich auch schon mal daneben und fordern dich echt heraus. Das sehe ich aber als meine vordringliche Aufgabe und meine Rolle als Hüttenwirt. Man muss wissen, was man tut und Souveränität ausstrahlen. Gott sei dank gelingt mir das als “alten Hasen” recht gut und ich fühle mich in dieser Rolle sehr wohl.

 

Welcher ist für dich der schönste Anstieg auf “deinen” Hochkönig?

Das kommt ganz darauf an, was man will. Landschaftlich ist sicher der Normalweg, den auch ihr genommen habt, der schönste, denn bei dem kann man sich am besten auf den Weg, die Landschaft und die Schönheit konzentrieren. Einige andere Wege verlangen einfach zu viel an Technik, Kraft und Ausdauer, als dass man den Weg richtig genießen könnte. Der Königsjodler ist sicher die Oberliga der Klettersteige in Österreich. Dieser ist sehr anspruchsvoll und eine tolle Herausforderung, wenn man auf Klettersteige steht.

Du hast mich vorher schon nach dem Birgkar gefragt, diesen Weg mag ich gar nicht. Er stellt für mich bei weitem den gefährlichsten Anstieg dar. Der Weg ist durchwegs steil und ausgesetzt und man muss über weite Strecken voll bei der Sache sein, ein falscher Schritt genügt und es ist vorbei. Viele Klettersteiggeher nehmen das Birgkar zum Abstieg und wenn man dann zur gleichen Zeit von unten aufsteigt, ist man mitten drin in einer haarsträubenden Steinschlag-Zone. Der Weg von Hinterthal über die Teufelslöcher ist auch sehr schön, zählt aber zu den weitesten, mit den meisten Höhenmetern.

Roman, danke für diesen spannenden und informativen Einblick in dein Leben als Hüttenwirt - das war ein super Gespräch!

Sehr gerne, wenn du wieder einmal herrauf kommst, melde dich wieder im Vorfeld. Würde mich freuen, dich das nächste Mal über Nacht als Gast zu haben, dann zeigen ich dir den schönsten Sonnenaufgang der Welt. Interessante Info am Rand: wusstest du, dass der Hochkönig einer der 6 prominentesten Berge der Alpen ist? “Prominent” bezieht sich in dem Fall auf die Alleinstellung und die Entfernung zur nächsten Erhebung, die annähernd gleich hoch ist. In diesem Kontext ist der Hochkönig ganz weit vorne und steht in der Region sprichwörtlich alleine da!

Nein das wusste ich nicht, es wird einem aber klar, wenn man die tolle Aussicht von diesem Gipfel bewundert. Vor allem an einem so schönen Tag wie heute!

Wenn auch Sie dieses Gipfelerlebnis teilen wollen, sollten Sie bei Ihrem nächsten Aufenthalt in der Hochkönig Region unbedingt eine Gipfeltour einplanen. Die Tour zum Matrashaus über den Normalweg dauert zwischen 5 und 6 Stunden und es sind über 1.600 hm zu überwinden. Die Wegstrecke von 22 km hin und retour zahlt sich aber wirklich aus, es ist eine besonders eindrucksvolle Bergtour - Nachahmung dringend empfohlen!

Grüßen Sie mir den Roman recht herzlich und genießen Sie Ihre Zeit am Hochkönig!

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